Die “Global Burden of Diseases Study” ist in ihrem Bereich die größte epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie) die jemals an der Bevölkerung durchgeführt wurde.
Bei dieser Studie wurden die Ergebnisse sehr genau und detailliert in einzelne Regionen, Länder, und auch für die einzelnen Krankheiten aufbearbeitet. Man muss also bei dieser Studie immer unterscheiden welche Daten genau man sich anschaut, ob es sich z.B. um die globalen Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod handelt, oder um die Daten für nur ein einzelnes Land, oder für z.B. die Region der “High SDI (Socio-Demographic Index) Länder”.

Die Auswertungen der neuesten Daten von 2017 zeigen in diesem Beispiel die Zahlen für alle Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod, weltweit, für alle Altersgruppen, und für Männer und Frauen kombiniert. Wer sich für andere Daten für z.B. eine spezielle Altersgruppe, ein spezielles Land, oder eine Geschlecht interessiert, kann bei dem weiter unten verlinken Daten Visualisierungstool selbst nachschauen.

Die häufigste Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod insgesamt ist mit über 40% verhalten-basierte Risiken:

screenshot-total-risks

Innerhalb der verhalten-basierten Risikogruppe ist der größte Risikofaktor die Ernährung, gefolgt von Tabakkonsum:

screenshot-behavior-risks

Von den ernährungsbedingten Risikofaktoren sieht die Liste wie folgt aus:

screenshot-diet-risks

1.) Zu viel Salz:

salt

  • Bis zu ca. 5 Gramm Kochsalz pro Tag ist es kein großes Problem. Eine Empfehlung ist am Teller zu salzen, so wirkt das Salz viel intensiver und man kommt somit mit weniger Salz aus. Man sollte versuchen nicht mehr als 5 Gramm Salz pro Tag zu konsumieren.

 

2.) Zu wenig Vollkorngetreide:

grains

  • Vollkorngetreide ist ein schützender Faktor für viele chronische Erkrankungen. Man braucht keine Angst vor dem Gluten in Vollkorngetreide zu haben. Nur sehr wenige Menschen sind an Zöliakie erkrankt und müssen Gluten meiden.

 

3.) Zu wenig Obst:

fruit

  • Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich: Aber was ist denn mit dem ganzen Zucker in Obst? Fruchtzucker ist ein Problem wenn wir ihn isolieren: wie z.B. im normalen Haushaltszucker, Fructose-Sirup, etc. Diese Arten von isoliertem Fruchtzucker sind auch Risikofaktoren für Zivilisationskrankheiten wie z.B. Fettleber und Diabetes Type 2.
  • Aber: Ein isolierte Stoff aus einem Lebensmittel ist nicht das gleiche wie ein naturbelassenes Lebensmittel wie vollwertiges, ganzes Obst.

 

4.) Zu wenig Nüsse und Samen:

nuts

  • Nüsse sind sehr gesund wegen ihres hohen Vitamin-E Gehalts.
  • Nüsse sind in vielen Studien mit einer höheren Lebenserwartung und mit einer besseren Gesundheit assoziiert.
  • Nüsse machen auch nicht Dick, wie man aufgrund der vielen Kalorien von Nüssen erwarten könnte. In vielen Studien wurde bereits gezeigt, dass ein zusätzlicher Verzehr von Nüssen nicht zu einer Gewichtszunahme führt.

 

5.) Zu wenig Gemüse:

veggies

  • Gemüse ist ein super gesundes Lebensmittel und man sollte versuchen so viel wie möglich davon zu essen. Dabei gilt je vielfältiger und bunter umso besser.
  • Gemüse ist wahrscheinlich so weit unten auf der Liste, da sich die meisten Menschen schon bewusst sind, dass Gemüse sehr gesund ist.

 

6.) Zu wenig Omega-3 Fettsäuren:

salmon

  • Bei Omega-3 Fettsäuren denkt ihr wahrscheinlich sofort an Fisch. Aber nicht nur Fisch enthält viel Omega-3 Fettsäuren. Der Fisch kann sein Omega-3 nicht selbst herstellen, sondern bekommt es über seine Nahrung von Mikroalgen und Algen.
  • Wir können also auch den “Mittellfisch” auslassen und direkt die Algen konsumieren um unseren Omega-3 Bedarf zu decken.
  • Denn es sammeln sich nicht nur Omega-3 Fettsäuren im Fisch-Fleisch an, sondern auch viele giftige Stoffe wie Schwermetalle, BCBS, Dioxine, etc.
  • Vor allem die Omega-3 Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sind fast ausschließlich in Fischen und in gewissen Algen enthalten. Daher sollte man als Veganer ein Algenöl konsumieren um sein Bedarf an DHA und EPA zu decken.
  • Die Omega-3 Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA) ist jedoch in vielen pflanzlichen Produkten enthalten. Die besten Quellen für ALA sind Leinsamen, Chiasamen, und Walnüsse.
  • Mehr Infos zu Leinsamen, und warum sie so gesund sind findest du hier.
  • Der Körper kann zwar ALA selbst in DHA und EPA umwandeln, allerdings ist die Rate sehr gering. Die Aufnahme von viel Omega-6 Fettsäuren hemmt diese Umwandlung zusätzlich. Daher ist es empfehlenswert ein Algenöl mit DHA und EPA zu konsumieren, um sicher zu stellen, dass man ausreichend damit versorgt ist.
  • Das Thema Omega-3 Fettsäuren ist sehr wichtig und sehr komplex, daher werde ich in Zukunft noch einen eigenen Blogpost zu diesem Thema schreiben.

 

7.) Zu wenig Ballaststoffe:

  • Ballaststoffe sind ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten.

 

8.) Zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA = Polyunsaturated fatty acid):

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  • Zu den mehrfach ungesättigte Fettsäuren gehören Omega-3, Omega-6, und Omega-9 Fettsäuren.
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen vor allem in Nüssen und Samen vor.

 

9.) Zu Wenig Hülsenfrüchte:

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  • Hülsenfrüchte sind super gesund und sind in vielen Studien mit einer besseren Gesundheit und mit einem längeren Leben assoziiert.
  • Mehr Infos zu Hülsenfrüchten und warum sie so gesund sind findest du hier.

 

10.) Zu viel Transfette:

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  • Transfettsäuren entstehen wenn man Fett stark verarbeitet oder hoch erhitzt.

 

11.) Zu wenig Kalzium:

milk

  • Bei Kalzium denken die meisten wahrscheinlich sofort an Milch.
  • Aber auch viele pflanzliche Lebensmittel sind eine super Kalziumquelle: vor allem dunkelgrünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, und Nüsse und Samen enthalten viel Kalzium.
  • Die besten pflanzlichen Kalziumlieferanten sind: Sesamsamen, Brennessel, Chiasamen, Lithothamnium Alge, Mandeln, Haselnüsse, Grünkohl, Leinsamen.
  • Vor allem die getrocknete Alge Lithothamnium Calcareum hat sehr viel Kalzium. nur 3 Gramm des Pulvers dieser Alge enthalten bereits 900 mg Kalzium, und decken somit schon den Tagesbedarf.

 

12.) Zu viel zuckerhaltige Getränke

13.) Zu viel verarbeitetes Fleisch

14.) Zu wenig Milch

15.) Zu viel rotes Fleisch

 

Die zweitgrößte Risikogruppe insgesamt mit gut 30% sind metabolische Risiken, welche auch alle stark durch die gesunde Ernährung verbessert bzw. verhindert werden können:

screenshot-metabolic-risks

1.) Hoher Blutdruck

2.) Hoher nüchterner Blutzuckerspiegel

3.) Hoher Body-Mass-Index (BMI)

4.) Hoher LDL-Cholesterin Wert

5.) Eingeschränkte Nierenfunktion

6.) Niedrige Knochendichte

 

Alle aktuellen Zahlen und Fakten zu dieser Studie findet man unter dieser Website:
http://ghdx.healthdata.org/

Dort findet man auch ein super Tool um die Daten anschaulich zu visualisieren. Damit kann man selbst etwas rumspielen um sich gezielt die Daten die einen speziell interessieren anzuschauen:
https://vizhub.healthdata.org/gbd-compare/

 

Quellen:
“Global Burden of Diseases Study”

Weltweite Auswertung der Risikofaktoren 2010:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4156511/

Risikofaktoren in den USA 2010:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5436627/

In Deutschland 2010:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4199248/

 

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